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Prof. Dr. Matthias Henke
Prof. Dr. Matthias Henke


Christian-Woll-Haus, Saal
Christian-Wolff-Haus Halle
© Thomas Ziegler


Christian-Wolff-Haus
Christian-Wolff-Haus Halle
© Thomas Ziegler

"Dazwischen" – Jüdisches Leben nach dem Ersten Weltkrieg

Wie in den letzten Jahren so verstehen sich auch die ENTDECKUNGEN 18, eingebunden in die Jüdischen Kulturtage Halle, als Brückenkopfveranstaltung zum folgenden Kurt Weill Fest. 2018 liegt einer von dessen Schwerpunkten bei der Novembergruppe, jenem vor 100 Jahren etablierten Künstlerkreis, der demokratisches Selbstverständnis mit einer sozial orientierten Kunst verbinden wollte.

Dass gerade jüdische Persönlichkeiten den Aufbruch ins Neue initiierten und förderten, sollen einmal mehr die ENTDECKUNGEN zeigen. So bieten sie spannende Portraits entsprechender Akteure. Der von Matthias Henke gestaltete Auftakt gilt der aus Leipzig stammenden Musikmäzenin Emmy Rubensohn, in deren Kasseler Haus der junge Ernst Krenek seine Oper Jonny spielt auf komponierte, einen der größten Theatererfolge der Weimarer Republik. Bevor sie 1939 über Schanghai nach New York floh, übernahm sie die Leitung des Jüdischen Kulturbundes Kassel. Die entsprechenden Archivalien wurden erst kürzlich in New York aufgefunden: Dominik Feldmann stellt sie vor. Hannah M. Kluge geht den Verbindungen von Leo Kestenberg, dem Reformator des schulischen Musikunterrichts, und seinen Beziehungen zu dem Berliner Galeristen Paul Cassirer nach, während Reinke Schwinning sich Ernst Bloch und dessen 1918 erschienener, Aufsehen erregender Schrift Geist der Utopie widmet, die vom Morgenrot der neuen Zeit kündete.

Joachim Lucchesi, einer der besten Kenner des Werkes von Hermann Scherchen, eröffnet den zweiten Tag. Er beleuchtet eine noch wenig beachtete Konzertreise, die der bedeutende Uraufführungsdirigent 1939 nach Palästina unternommen hat – mit dem Ziel, das dortige Palestine Orchestre aufbauen zu helfen, das jüdischen MusikerInnen eine Art beruflicher Heimstatt bot.

Weil er der kurzlebigen Münchener Räterepublik angehörte, musste Ernst Toller fünf Jahre Festungshaft verbüßen. Danach konnte er als Dramatiker beachtliche Erfolge verbuchen. Dieter Distl, sein Biograf, führt in die Korrespondenz des Dichters ein, deren Gesamtausgabe 2018 im Wallstein Verlag erscheint. Schließlich präsentiert Andreas Zeising das Leben und Schaffen von Max Osborn, des Kunstkritikers der renommierten Vossischen Zeitung, der wie alle der hier Portraitierten das Schicksal des Exils ertragen musste.

Das Rahmenprogramm ist perfekt auch die Vorträge abgestimmt. Am ersten Abend führt der Hausherr Thomas Bauer-Friedrich höchst persönlich durch die Sammlung "Moderne 1" des Kunstmuseum Moritzburg; am zweiten stellen die vom Deutschen Musikrat geförderten Interpretinnen Julia Spies und Laura Schwind mit Arnold Schönbergs Buch der hängenden Gärten ein Schlüsselwerk der Moderne vor.


Prof. Dr. Matthias Henke
Kurator der ENTDECKUNGEN







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