Seiltänzerin ohne netz

Foto: Julia Schönewolf

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Sie war Anfang Zwanzig, als sie mit ihren Stenogrammen aus dem Berliner Alltag auf sich aufmerksam machte: Mascha Kaléko hatte da bereits ihre Heimat in Galizien verloren. Heimat- und Va­terlosigkeit begründeten in ihrer Seele das lebenslängliche Gefühl der Verlorenheit. Die „Liebe“, so heißt es, habe sie sich als Heimat erkoren. Die schöpferische Bohème Berlins bot ihr für einige Jahre eine Illusion von Heimat, von der sie sich 1938 unter Schmerzen ins Exil nach New York verabschieden musste.

Solche Gefühle mögen auch Kurt Weill bewegt haben, als er in Paris seine Tango-Habanera „Youkali“ schrieb. Diesen erfolgreichen Titel wähl­ten vier Dresdner Musikerinnen, die sich während ihres klassischen Musikstudiums an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ kennen lernten, zum Namen ihrer Band. Ihr Programm „Seiltänzerin ohne Netz“ fasst die Lyrik Mascha Kalékos in sinnlich-poetische Musik. So lassen sie sich ohne Netz, aber mit doppeltem Boden auf die sehn­suchtsvolle, unsentimentale Melancholie der jüdischen Autorin ein – und erzählen von einer Zeit, in der sich Menschen wie Kurt Weill eine Heimat-Insel wie „Youkali“ erträumten, weil ihnen in der realen Welt jede Aussicht auf eine Heimat genommen war.

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