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Andreas Eichhorn
Prof. Dr. Andreas Eichhorn
Kurator der Ausstellung



Haus Moholy-Nagy
Blick in die Kurt Weill Ausstellung
Haus Moholy-Nagy



Haus Moholy-Nagy
Kurt Weill Zentrum
Haus Moholy-Nagy




KURT WEILL -
EIN WELTENBÜRGER UND DESSAUER


Am 19. Oktober 2019 wurde mit einem Festakt im rekonstruierten Moholy-Nagy-Haus in Dessau-Roßlau unter dem Titel »Kurt Weill – ein Weltbürger und Dessauer « eine Dauerausstellung über Leben und Werk eines der wichtigsten und einflussreichsten Bühnenkomponisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Beitrag zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus eröffnet. Diese Weill-Ausstellung kann beanspruchen, weltweit die einzige zu sein.

Eine besondere Herausforderung für die Ausstellungsmacher bildete der offene , minimalistische und differenziert gegliederte Innenraum des Gebäudes, der bautechnisch nicht angetastet werden durfte. Dieser Vorgabe wurde mit einem kinetisch-räumlichen Ausstellungskonzept begegnet, das das individuelle Erkunden des architektonischen Raumes mit einem Streifzug durch das Leben Kurt Weills und seines kompositorischen Werks kombiniert. Das bedeutete, dass auf störende, nachträglich eingebrachte Objekte wie Stelen oder Vitrinen grundsätzlich verzichtet wurde.

Eine zweite Grundüberlegung war, den Besuchern der Ausstellung keinen chronologischen »roten Faden« vorzugeben, sondern die individuell zu erschließende Abfolge der einzelnen Raumebenen und der dort platzierten Ausstellungsstationen in den Vordergrund des Besuchs zu rücken. Dabei sollen alle Themen der Ausstellung visuell gleichrangig und zurückhaltend präsent sein, um auf diese Weise mit dem Raum zu verschmelzen.

Eine dritte Grundüberlegung galt der Präsentation der Musik Weills. Das weitverbreitete, traditionelle Konzept einer stationären Hörinsel wurde verworfen, da es mit der Idee einer mobilen Raumerschließung unvereinbar ist. Stattdessen wurden die einzelnen, mit Nummern gekennzeichneten Hörbeispiele, in die jeweiligen Ausstellungssegmente eingebettet, um so als illustratives Material zu dienen. Der individuelle Zugriff erfolgt über ein tragbares, mit Kopfhörern ausgestattetes Gerät. Neben den Hörbeispielen bietet dieser Audioguide auch 10 kurze Audiotableaus, in denen sich Weill-Experten und -Expertinnen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu Weill, zu seiner Musik und seiner Biographie äußern.

Es sind insgesamt vier Stationen, die sich auf die drei Ebenen des Meisterhauses verteilen. Jede Station präsentiert gleichsam den »ganzen Weill«, allerdings aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven. Im Untergeschoss befindet sich eine chronologisch angeordnete Porträtgalerie, die Fotos von Kurt Weill aus verschiedenen Lebensphasen zeigt, verbunden mit kurzen Statements von Weill zu seinem Selbstverständnis als Komponist. Ebenfalls chronologisch angelegt ist die gegenüberliegende Objektgalerie, die poetische Züge hervorkehrt. Hier werden für Weill wichtige Objekte, wie etwa seine Brille, das Ruderboot oder ein Modell der Ozeanliners »Majestic«, auf der er zusammen mit Lenya Europa verließ, in einen biographischen Kontext eingebunden. Diese Objekte werden vom Betrachter gleich doppelt ferngerückt: sie sind leicht verfremdet und werden in gläsernen Schreinen präsentiert. Und doch kommt in ihnen der Komponist den Ausstellungsbesuchern näher: Bieten doch diese Objekte Gelegenheit, den Komponisten Kurt Weill in biographischen Episoden und Erzählungen lebendig werden zu lassen.
Die dritte Station im Erdgeschoss eröffnet die Möglichkeit, sich anhand von vier anschaulich geschriebenen und mit Fotomaterial reich illustrierten Texten über die einzelnen biographischen Abschnitte Weills (Dessau, Berlin, Paris, New York) detaillierter zu informieren.

Im Obergeschoss ist schließlich die vierte, interaktiv angelegte und sich über acht Meter erstreckende Station zu finden. Man kann in einem digitalen Bilderalbum stöbern, die eindrucksvollen Bühnenentwürfe von Caspar Neher zur »Dreigroschenoper« und zu »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« durchblättern und die bunte, abwechslungsreiche und phantasievolle Vielfalt von Schallplattencovern an sich vorüberziehen zu lassen. Hauptattraktion jedoch ist der sogenannte digitale »Wissenstisch« (»Kosmos Kurt Weill«), ein visuelles Archiv, das dazu einlädt, Verbindungen von Menschen, Orten und Werken zu entdecken, und dabei so manche Überraschung bereithält.

Andreas Eichhorn
Kurator der Ausstellung






Öffnungszeiten
Oktober bis März
täglich
10 - 17 Uhr
















Kontakt
Kurt Weill Zentrum
Ebertallee 63
D-06846 Dessau-Roßlau

Tel.: 0340 - 619595
Fax: 0340 - 611907
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