In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spaltungen lauter werden und Erinnerungen an vergangene Schrecken wichtiger sind denn je, präsentiert das Kleine Theater am Südwestkorso mit EMPFÄNGER UNBEKANNT am 08.03.2026 im Rahmen des Kurt Weill Festes ein eindringliches Schauspiel über zwei Menschen und eine Freundschaft, die in den Strudel der Geschichte gerät.
Die auf dem Briefroman Address Unknown von Kathrine Kressmann Taylor basierende Inszenierung erzählt die Geschichte des Deutschen Martin Schulze und des amerikanischen Juden Max Eisenstein. Als erfolgreiche Galeriebesitzer in den USA verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Doch mit Schulzes Rückkehr nach Deutschland 1932 beginnt der schleichende, unheilvolle Bruch zwischen den beiden Männern: Während Max die dunklen Entwicklungen nur aus Briefen erfährt, driftet Martin immer tiefer in die Ideologie des Nationalsozialismus ab und mit jedem Wort wächst die Distanz zwischen ihnen. Die Frage, wie ein einst liberaler Geist in menschenverachtende Überzeugungen abrutschen kann, berührt die Gegenwart in beklemmender Weise.
In den Hauptrollen stehen zwei herausragende Schauspieler: Paul Walther, ein renommierter Theater- und Filmschauspieler, der an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ ausgebildet wurde, mit Engagements am Maxim Gorki Theater und als freischaffender Darsteller in zahlreichen Bühnen- und Fernsehproduktionen. In Empfänger Unbekannt verkörpert Walther den zutiefst bewegten Max Eisenstein mit großer Präsenz und emotionaler Tiefe.
Jonas Laux, geboren 1982 in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), bringt seine langjährige Theatererfahrung in der Rolle des Martin Schulze ein. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und Stationen an renommierten Bühnen hat Laux in Produktionen in Berlin, Wien und darüber hinaus gespielt. Seine Darstellung des zunehmend entfremdeten Martin Schulze ist ein eindringliches Porträt innerer Zerrissenheit und ideologischer Verblendung.
Die künstlerische Leitung des Kurt Weill Festes, Constanze Mitter, beschreibt das Stück als „ein erschütterndes Spiegelbild unserer Zeit, das alle Fragen, die dieses Stück aufwirft, direkt in unseren Alltag zurückträgt: Wie begegnen wir der Fremdheit im Anderen? Und was passiert, wenn die fundamentalen Werte einer Freundschaft und einer offenen Gesellschaft verraten werden?“
Empfänger Unbekannt ist mehr als ein historisches Drama: Es ist ein Mahnmal, das Zuschauerinnen und Zuschauer gleichermaßen berührt, herausfordert und zum Nachdenken anregt.
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