Lebensmelodien

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Was erwartet mich?

Sie weckten Hoffnung, spendeten Trost, gaben Kraft: Melodien, die in der Zeit der Shoa von 1933 bis 1945 gesungen, gespielt, aufgeschrieben und teilweise komponiert wurden.

Der Berliner Klarinettist Nur Ben Shalom hat sie im Projekt „Lebensmelodien“ gesammelt. Gemeinsam mit dem Nimrod Ensemble führt er sie nach teilweiser Bearbeitung durch den Pianisten Michael Cohen-Weissert im neuen Gewand auf.

Einige der rund 300 entdeckten Werke von über 50 Komponisten sind nie zuvor öffentlich erklungen. Sie wurden in jüdischen Gemeinden gesungen, heimlich in Lagern notiert, mündlich aus der Erinnerung überliefert und von Nachkommen der Opfer zur Verfügung gestellt. „Ich denke, wenn Menschen diese Melodien gesungen haben, haben sie nach Kraft gesucht … nach etwas, das ihnen Halt gibt. Und diese Musik, diese Stücke gaben ihnen eine Art Kraft“, sagt der junge Mann, der aus einer Familie von Holocaust-Überlebenden in Tel Aviv stammt, in einem Interview.

Die Melodien sind bewegende Zeugnisse. Sie stehen für Lebensschicksale, aber auch für die Kraft der Musik, an der sich Menschen selbst in ausweglosen Situationen festhalten und aufrichten. Sie stammen aus Gemeinden in der ehemaligen Sowjetunion oder aus großen Städten wie Amsterdam und Berlin. Einige sind im wahrsten Sinn des Wortes „Lebensmelodien“. Sie haben den Menschen in den Lagern geholfen, die unmenschlichen Qualen zu ertragen, zu überleben, aber auch, aus dieser Welt Abschied zu nehmen.  Ein erschütternder nachträglicher Beitrag zum Festjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Mit freundlicher Unterstützung
Christophe Horak (Violine)
Oscar Bohorquez (Violine)
Francesca Zappa (Viola)
N.N. (Violoncello)
Nur Ben Shalom (Klarinette)
Isidoro Abramowicz (Kantor)
Isabel Karajan (Schauspielerin)
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