Musik in schwerer Zeit

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Was erwartet mich?

 

Im Winter 1929/30 geriet Deutschland in den Strudel der sich aus dem Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober 1929 entwickelnden Weltwirtschaftskrise. Der Kapitalstrom nach Deutschland versiegte, als die für die deutsche Wirtschaft so dringend benötigten ausländischen Kredite abgezogen wurden. Firmenzusammenbrüche, Bankenschließungen und Massenarbeitslosigkeit waren die Folgen der Weltwirtschaftskrise. Armut und Kriminalität nahmen sprunghaft zu. Massenverelendung kennzeichnete in der Wirtschaftskrise das Alltagsleben breiter Bevölkerungsschichten. Für ältere Menschen bestand keinerlei Hoffnung auf eine Anstellung. Auch jüngere Arbeitslose mussten jede Chance eines kleinen Verdienstes ergreifen, um dem gefürchteten sozialen Abstieg und der
Obdachlosigkeit zu entgehen. Viele Menschen erkannten nur im Freitod einen Ausweg aus ihrer existenziellen Not.
Die allgemeine Katastrophenstimmung veränderte zunehmend die politischen
Rahmenbedingungen. Mit Erfolg entfesselten die Gegner der Weimarer Republik von rechts und links eine beispiellose Agitation gegen die demokratische Ordnung. Der seit den Landtagswahlen 1929 eingesetzte Aufwärtstrend der NSDAP verstärkte sich mit den Reichstagswahlen 1930 und 1932. Auch die KPD profitierte bei den Wahlen von der allgemeinen Missstimmung gegen die Weimarer Republik und ihrer Wirtschaftsordnung. Die liberale DDP als Vertreterin des parlamentarischen Systems hingegen versank in der politischen Bedeutungslosigkeit.
Das Quartett blickt zurück auf diese krisenhaften Jahre und lässt Musik von 1929-1933 erklingen, also den Jahren der auch Deutschland radikal erreichenden Weltwirtschaftskrise nach Zusammenbruch der Wall Street. Wie reagierten viele Komponisten, wie spiegelt sich die Krisenzeit in ihrem Werk?

 

Dr. Jürgen Schebera

Jürgen Schebera studierte Germanistik und Musikwissenschaften. Bis 1990 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. In dieser Zeit forschte Schebera intensiv zu den Werken von Hanns Eisler, Kurt Weill, sowie Kunst und Kultur in der Weimarer Republik. Schebera arbeitet intensiv mit der Internationalen Hanns-Eisler-Gesellschaft Berlin zusammen und ist Mitglied in deren Präsidium.

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