Preisverleihung Moses Mendelssohnpreis

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Moses Mendelssohn Preis 2022 

Der Moses Mendelssohn Preis des Jahres 2022 der Dessauer „Moses Mendelssohn Stiftung zur Förderung der Geisteswissenschaften “ und der Stadt Dessau-Roßlau geht an die in Potsdam lehrende Philosophin und Judaistin Prof. Dr. Grażyna Jurewicz.

Jurewicz, die in Potsdam und Prag Religionswissenschaft, Jüdische Studien und Philosophie studierte und anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ausgabe der Schriften Martin Bubers mitwirkte, wurde 2018 mit ihrer grundlegenden Arbeit „Moses Mendelssohn über die Bestimmung des Menschen: Eine deutsch-jüdische Begriffsgeschichte“ promoviert. Im Rahmen ihrer akademischen Laufbahn war sie Stipendiatin am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz, Research Fellow am Department of Germanic Languages and Literatures an der University of Toronto (Kanada) und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit 2021 ist sie Juniorprofessorin für Jüdische Religions- und Kulturgeschichte Mittel- und Osteuropas an der Universität Potsdam und zugleich Mitglied des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Grażyna Jurewicz’ wissenschaftliches Werk ist an der Schnittstelle von Philosophie, Religionswissenschaft und Jüdischen Studien verortet. In ihren Büchern und Aufsätzen, sowie in ihrer akademischen Lehre verfolgt sie die Spuren der jüdischen Aufklärung (Haskala) in Geschichte und Gegenwart.

Dabei nimmt das Werk Moses Mendelssohns einen zentralen Platz ein. In immer neuen Umkreisungen hat Jurewicz Mendelssohns Denken auf seine Anschlussfähigkeit hin untersucht, und zwar sowohl unter religionsgeschichtlichen wie unter säkularen Perspektiven. Mendelssohns Wirken, das macht die Preisträgerin in ihren Arbeiten klar, ist eben nicht (nur) historisch, sondern höchst gegenwärtig – es reicht bis in unsere Gegenwart, die sich den Fragen und Lösungsvorschlägen Moses Mendelssohns immer wieder stellen muss.

Als Herausgeberin der Zeitschrift PaRDeS ist Grażyna Jurewicz eine wichtige Multiplikatorin innerhalb der jüdischen Studien. In diesem Rahmen nimmt sie zugleich eine Vermittlerposition zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ein. Auch ihr neuestes Forschungsgebiet, das sich dem biographischen Schreiben in der europäisch-jüdischen Kultur zuwendet, steht im Zeichen der Vermittlung und des Dialogs. Für Grażyna Jurewicz, die aktuell an einer Biografie des osteuropäisch-jüdischen Schriftstellers und Talmud-Übersetzers Jakob Fromer (1865-1938) schreibt, ist das Judentum historischer und lebendiger Teil der deutschen Geschichte und Gegenwart. Die Grundfragen, die die Prozesse von Emanzipation und Differenzierung seit den Tagen Moses Mendelssohn s aufwerfen, sind immer noch aktuelle Fragen an die gesamte Gesellschaft.

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