Vernissage Publikumspreis
Faltendynamik
Angelika Spindler
2026, Dessau, Gallery Print, 60 x 45 cm
Wie so oft in meiner Arbeit und Faszination von Falten, habe ich einen langen Papierstreifen einer Spiralfaltung unterzogen. Kurz bevor diese fertig war, hatte sich das bereits Gefaltete auf dem Tisch zusammengeschoben. Es wirkte,
obwohl ruhig daliegend, sehr dynamisch, in dem Spiel aus Licht und Schatten.
Auf dem Heimweg
Holger Schneider
2026, Alu-Dibond, 50 x 75 cm
Die Idee hinter dem Bild ist, durch Unschärfe das verfügbare Licht der Laternen sowie Fahrzeuge als groß wirkende Kreise darzustellen und dabei die normal bekannte Bewegung in neuer Form kurz anzuhalten.
Schwungvoll zum Licht
Annette Altmann
2026, Erfurt, Fotopapier, 60 x 90 cm
Beim Fotografieren von Pflanzen habe ich zufällig interessante Effekte entdeckt, wenn die Kamera anstatt des Motivs bewusst bewegt wird. So entstand meine Leidenschaft für die ICM-Methode.
Die Fotografien regen an, intensiver zu schauen, lassen die Gedanken wandern, wecken Emotionen und Fantasien.
„Schwungvoll zum Licht“
Farben wandeln sich im Licht,
verlieren Konturen, werden sanfter,
entwickeln sich zu hellem Schein,
verbinden Sehnsucht, Hoffnung, Sein.
Hingezogen zeigt sich Freude,
Zuversicht.
Spürbar bringt ein Windhauch
Leichtigkeit ins Spiel…
… unsre täglich Sehnsucht.
Schaukeln – Bewegung durch Zeit (links) und Raum (rechts)
Madita Jung
02.02.2026, Dessau, Fotopapier, 45 x 30 cm
Bewegung im Alter – Einsteigen
Carola Pahl
2026, Hanau, Alu-Dibond, 30 x 20 cm | 30 x 30 cm
Dialog eines älteren Ehepaars über „Bewegung im Alter”:
W: Der Bewegungsradius ist deutlich kleiner geworden, insbesondere von
oben nach unten.
Der Grund für die Bewegungseinschränkungen ist nicht das Lebensalter, sondern diverse Operationen.
Bewegung ist eigentlich wichtig. Grundsätzlich würde ich gerne mehr laufen, aber allein, da habe ich null Bock. Und die Mutter kann nicht mehr so.
B: Ich sage manchmal, komm, wir gehen um die Ecke. Nee, da hast du keine Lust.
W: Das kann sein. Insofern freue ich mich immer auf’s Golfspielen, denn da läuft man mehr als hier.
B: Ich fühle mich unsicher beim Laufen. Aber ich bin lange nicht mehr hingefallen. Und ich gehe auch zum Kieser noch und alles. Da geht ein junger Mann mit mir über die Geräte.
W: Weil sie vergisst, wie man die Geräte einstellt. Okay, das ist dann so die geistige Beweglichkeit.
B: Ja, das lässt nach. Das merke ich selbst.
Ohne Titel
Frank Peinhardt
2026, Fotopapier, 80 x 60 cm
Du bewegst mich.
Grit Lichtblau
2026, Dessau, Fotopapier, 60 x 45 cm
Du bist in Bewegung.
Und Du bewegst mich.
Mit deinem Lachen,
deinen Tränen,
deiner Liebe
und deiner Lust am Leben.
Pures Glück.
Danke meine Tochter.
60 Sekunden
Ingolf Schmdit
21.01.2026, 18:45 Uhr, Dessau – Ortsteil Mildensee, Brücke über die Autobahn, ISO 400, Blende 14 und 60 Sekunden Belichtungszeit, Alu-Dibond, 80 x 100 cm
Der Abend des 21. Januar ‘26 ist eiskalt, minus 4 Grad Celsius. Auf der Brücke über der Autobahn bei Mildensee stehe ich allein. Mein Atem zeichnet kleine Wolken in die klare Luft. Unter mir rauscht der Verkehr – unsichtbar schnell, doch für meine Kamera soll er gleich zu fließendem Licht werden.
Ich ziehe die Handschuhe aus, nur kurz. Das Metall meines Stativs ist bitterkalt. Die Finger schmerzen beim Montieren der Kamera. Ich taste mich langsam an mein Motiv heran, versuche es dann, nach mehreren erfolglosen Ergebnissen, mit ISO 400, Blende 14 und 60 Sekunden.
Während der Verschluss geöffnet bleibt, verwandeln sich die vorbeiziehenden Autos in leuchtende Fäden – blau und weiß in die eine Richtung, rot in die andere. Die modernen Signaturen der Rücklichter stempeln sich eindrucksvoll auf den Asphalt.
Der Himmel trägt ein tiefes Blau, fast schwarz, doch am Horizont schimmert noch ein Rest vom letzten Tageslicht der Dessauer Innenstadt. Die Kälte kriecht durch Mark und Bein.
Ich denke daran, wie viele Geschichten gerade unter mir vorbeiziehen: Pendler auf dem Heimweg, jemand auf dem Weg zur Nachtschicht, vielleicht ein Besuch bei Freunden. Für sechzig Sekunden teilen sie sich denselben Raum – und verschwinden wieder in der Nacht.
Meine Finger sind fast steif, als ich die Kamera überprüfe. Auf dem Display leuchten die Ergebnisse. Die Autobahn wirkt wie ein Fluss aus Feuer und blauem Eis. Die Fahrbahn ist nur ein dunkles Fundament, ein stiller Beobachter unter dem Strom der darüber hinweggleitenden Fahrzeuge.
Als ich zusammenpacke, rauscht der Verkehr weiter, unbeeindruckt von meiner kleinen Ewigkeit. Doch in meiner Kamera trägt jede Aufnahme diese kalte
Winterluft, dieses Zittern, dieses strahlende Licht, eingefangen in 60 Sekunden.
Static Sprint
Jakob Herrmann
2026, Dessau – Meisterhaus Feininger, Fotopapier matt, 45 x 80 cm
Dieses Bild entstand schon beim ersten Treffen des Workshops und zeigt einen meiner ersten Versuche gezielt Bewegung einzufangen.
Ich habe zunächst versucht meine Kamera zu bewegen. Als diese Ergebnisse zu wünschen übrigließen, beschloss ich, nicht die Kamera, sondern mich selbst zu bewegen. Ich lief vor der Kamera entlang und konnte auf diese Weise meine Bewegung vor statischem Hintergrund einfangen.
Was mich fasziniert und letztendlich zur Auswahl dieses Bildes für die Ausstellung gebracht hat, war der extrem starke Kontrast zwischen Statik und der Bewegung zwischen der Statik.
Das Meisterhaus Feininger lieferte die perfekte Kulisse für Statik, Minimalismus und den darin liegenden, bewegten Zwischenraum. Es half den Fokus im Bild auf die Bewegung zu richten und somit auch den Betrachter, zumindest innerlich, zu bewegen.
Japierdole – Das gemeinsame Essen mit Onkel
Till Hemmann
2026, Analoge Fotografie, Fotopapier Fujifilm, je 31 x 42 cm
Das Bild soll das innere Verlangen beschreiben, das wir alle in uns tragen, nämlich den Tisch hochzuwerfen und einfach loszulassen.
Welches Szenario ihr jetzt mit diesem Gefühl in Verbindung bringt, ist dem Betrachter / der Betrachterin überlassen.
#followyourfeelings&doit